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„Wofür das alles? Impulse für ein zukunftsfähiges Pastoralverständnis“

Workshop mit Dr. Björn Szymanowski
Dr. Björn Szymanowski übersetzt den abstrakten Pastoralbegriff in ein praxistaugliches Analyse- und Gestaltungsinstrument.
Datum:
Veröffentlicht: 4.7.26
Von:
HA Seelsorge

Bamberg. Rund dreißig Teilnehmerinnen und Teilnehmer besuchten am 4. Juli 2026 im Bistumshaus St. Otto einen Fortbildungstag im Rahmen des pastoralen Bistumsprozesses „Entscheiden und Handeln: Für eine Kirche mit Zukunft“. 

Dr. Björn Szymanowski, Leiter des Bereichs Pastoralentwicklung im Bistum Essen, gestaltete den kurzweiligen und interaktiven Workshop zum Thema „Wofür das alles? Impulse für ein zukunftsfähiges Pastoralverständnis“. Die Gruppe aus Interessierten, ehrenamtlich Engagierten und hauptberuflich Mitarbeitenden wollte herausfinden, was mit Begriffen wie „Pastoral“, „pastorales Handeln“ und „pastorale Praxis“ eigentlich gemeint ist. Zunächst kamen die eigenen spontanen Assoziationen und Erfahrungen mit Pastoral in den Blick, z.B. „für Menschen da sein ohne Hintergedanken und ohne Vereinnahmung für kirchliche Zwecke“, „Räume für die Begegnung mit Gott schaffen“ oder „Beziehungsarbeit der Menschen untereinander und mit Gott“. Beim gemeinsamen Sammeln pastoraler Praxisformen (Notfallseelsorge; WhatsApp-Gottesdienste; Trauercafés; Kinderkirche; Begleitung von Menschen an biographischen Übergängen und Lebenswenden usw.) wurde eine große Vielfalt sichtbar.

Szymanowski ordnete das Pastoralverständnis wissenschaftlich-theologisch ein – insbesondere unter Berücksichtigung der Pastoralkonstitution „Gaudium et spes“ (Zweites Vatikanisches Konzil). Die Definition von Pastoral nach Rainer Bucher wurde zur Arbeitsgrundlage für den Workshop-Tag: „Pastoral ist die kreative und handlungsbezogene Konfrontation von Evangelium und Existenz“. Szymanowski machte es sich zur Aufgabe, diesen eher abstrakten Pastoralbegriff zu konkretisieren und für die pastorale Praxis zu übersetzen. Zu diesem Zwecke stellte er ein sogenanntes Pastoral-Canvas zusammen, ein Analyse- und Gestaltungsinstrument für die konkrete pastorale Arbeit vor Ort. Darauf werden die einzelnen Wörter der Bucher-Definition in Fragen umgewandelt, sodass haupt- und ehrenamtlich Engagierte ihre bestehenden pastoralen Praxisformen danach analysieren und neue Praxisideen entwickeln können. Zentrale Fragen waren beispielsweise:
Auf welche Lebenswelt/Lebenslagen treffen wir?
Was brauchen die Menschen hier?
Aus welchem Aspekt des Evangeliums schöpfen wir?
Welche gute Nachricht wird hier konkret?
Welche neue Sprache, Form oder Kooperation braucht es?
Was müssen wir ausprobieren, ohne sicher zu sein, ob es gelingt?
Welche Veränderung/ neue Erfahrung entsteht?
Was kann sich für die Menschen oder den Sozialraum zum Guten verändern?

Anhand verschiedener Beispielszenarien testeten die Workshop-Teilnehmenden die Arbeit mit dem Pastoral-Canvas und erdachten neue, kreative pastorale Handlungsfelder. „Wir machen uns häufig gar keine detaillierten Gedanken über unsere Formate und Angebote. Da hilft es wirklich sehr, diese Fragen einmal bewusst durchzugehen und mit deren Hilfe Bestehendes zu überprüfen und traditionelle Formen anzupassen und zu erneuern“, stellte eine Teilnehmerin fest.

Mit der Geschichte vom Flickschuster regte Szymanowski an, Innovation zu wagen. In der Praxis bedeutet das, sensibel für die jeweilige Situation zu sein, mutig, kreativ und flexibel zu agieren, und sich der vorhandenen Ressourcen bewusst zu sein.

Die Veranstaltungsbesucherinnen und -besucher resümierten: „Das war ein herrlich abwechslungsreicher Workshoptag“, „wir haben Werkzeuge mitbekommen, die man vor Ort gut nutzen kann“ und „wir haben gelernt, Dinge nicht als gegeben und selbstverständlich zu nehmen, sondern sie zu hinterfragen und zu durchdenken“.

von: Pastorale Entwicklung

Workshop 4. Juli 2026

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